Meldung vom 10.02.2026
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„Lokal einkaufen“ ist ein Satz, den viele nicht mehr hören können. Zu abstrakt, zu moralisch; besonders in Zeiten steigender Preise und eigener Sorgen. Verständnis entsteht durch Wissen und erst durch einen Blick hinter die Kulissen ist dies tatsächlich möglich: Auf die Menschen hinter den kleinen Geschäften, die unsere Wirtschaft bereichern. Die Familien. Die Verantwortung. Die Entscheidungen. Die Ängste. Ihre unverwechselbare Hoffnung. Dieser Text gibt einen ehrlichen Einblick in die Realität des Selbstständigen Markus Budim und nimmt Leser:innen mit hinter die Türen seines kleinen, lokalen Jeansgeschäftes im Herzen Wiens: The Budims.Zwischen Schlafmangel und RegenprognoseIch wache noch vor dem Wecker auf, kurz vor sieben. Eine weitere anstrengende Nacht. Unser Sohn hatte wieder eine verstopfte Nase, was für Schlaflosigkeit sowohl bei ihm als auch bei meiner Frau und mir sorgte. Noch bevor ich wirklich klar denken kann, nehme ich die Regentropfen am Fenster wahr. Heute wird kein guter Tag. Zumindest nicht für unser Jeansgeschäft. Es ist Jänner. Dieser gilt allgemein als ein toter Monat im Handel – besonders für kleine, lokale Geschäfte wie unseres. Dennoch ist da immer Hoffnung. Doch Regen heißt, dass der Tag wortwörtlich ins Wasser fällt. Nach über sieben Jahren Selbstständigkeit kann man das recht gut voraussagen. Meine Frau Magdalena, mit der ich unseren Traum vom eigenen Geschäft namens „The Budims“ mit Spezialisierung auf Qualitätsjeans für Damen und Herren im wunderschönen Raimundhof im 6. Bezirk Wiens gemeinsam auslebe, hat morgens keinen Kopf für derartige Analysen. Unser dreijähriger Sonnenschein findet nämlich aktuell, dass nur Mama zählt und ist dementsprechend sehr anhänglich. Während sie ihn unter lautstarkem Gejammer seinerseits für den Kindergarten fertigmacht, starte ich meine eigene Morgenroutine: Kaffee, schnelles Duschen und Zähneputzen. Einen entspannten Tagesstart gibt es mit Kleinkind längst nicht mehr. Danach bereite ich ein kleines Frühstück für unseren Sohn vor. Erst im Kindergarten zu frühstücken, ist für ihn keine Option. Wir spielen noch ein bisschen mit seinen Bausteinen, bis Mama sich ebenfalls fertigmacht.
Familienroutine trifft UnternehmergeistFür sie ist der Alltag im Zusammenspiel von Kind und Familienbetrieb deutlich chaotischer und intensiver. Deshalb müssen vor allem die Vormittage im Shop effizient genutzt werden. Sobald Sunny Boy im Kindergarten ist, eilen wir geradewegs zu unserem Jeansshop und gehen unterwegs die wichtigsten To-Dos wie auch E-Mails am Handy durch. Im Geschäft angekommen, wird noch geschwind alles vom Vortag aufgeräumt und durchgesaugt. Gedanklich notiere ich, dass die große Denimwall im hinteren Raum wieder abgestaubt gehört. Magdalena schnappt sich als nächstes ihr Handy, um ein paar Instagram-Stories zu erstellen. Ich sehe ihr an, dass sie nach den letzten schlaflosen Nächten nicht unbedingt in der passenden Stimmung dafür ist. Unsere Community muss aber dennoch bespielt werden. Gerade als kleiner Store muss jede kostenfreie Präsentationsmöglichkeit effektiv genutzt werden. Sie erzählt von neuen Jeans für den Frühling, die bereits eingetroffen sind und von weiteren wöchentlichen Lieferungen. Die Aufregung, die ich bei ihren Worten verspüre, ist kaum beschreibbar. In mir wechseln sich Vorfreude und Anspannung rasant ab. Die Vorfreude auf die neuen Jeansmodelle, die wir ein halbes Jahr im Voraus bestellen müssen. Wir sind einfach neugierig darauf, wie diese und ob diese überhaupt entsprechend unseren Erwartungen gut ankommen werden. Andererseits die Anspannung wegen des eingegangenen Risikos, soweit im Vorhinein Entscheidungen über die tatsächliche Trendausrichtung für Passformen und Farben getroffen zu haben. Schwerwiegend ist jedoch vorwiegend das Investitionsvolumen dahinter. Neuware bedeutet eine hohe finanzielle Belastung und blank liegende Nerven. In der Regel werden wir die neueingetroffene Ware bezahlen müssen, noch bevor wir die Chance hatten, auch nur die Hälfte davon zu verkaufen.
Neue Ware, alte Sorgen: Vorfreude trotz finanziellem DrahtseilaktApropos: Jeden Morgen öffne ich meine Excel-Liste, um die Übersicht über offene Forderungen zu aktualisieren. Gefühlt zehnmal am Tag schaue ich in diese Liste und versuche mit den offenen Rechnungen und angesetzten Zahlungszielen zu jonglieren. Manche Deadlines müssen gerade in solch umsatzschwachen Monaten stark überzogen werden. Ich will ehrlich sein: nur durch das Verständnis unserer Marken und unserer Bank ist es überhaupt möglich, solche Monate zu stemmen und zu überleben. Natürlich folgen demnächst auch bessere Zeiten. Doch schlaflose Nächte und regelrechte Existenzängste bleiben. Altlasten aus der Coronazeit und aus naiven Geschäftsentscheidungen der Anfangsjahre zerren weiterhin an unseren Kräften. Die Angst vor einer nächsten Weltkrise ohne Rücklagen und alles zu verlieren, in das wir so viel Herzblut und Leidenschaft gesteckt haben, sitzt tief und hat uns auf ewig gebrandmarkt. Nichtsdestotrotz machen wir weiter. Für die guten Monate, an denen wir‘s kaum auf die Toilette schaffen. Für die loyale Kundschaft, die uns ihr Vertrauen schenkt. Für unsere Familie, die nach all dem bisherigen Mist auf der Welt noch nicht untergegangen ist und es – solange wir weiterhin reflektiert und lösungsorientiert arbeiten – auch niemals wird.
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Back to the Roots – Kundenservice als unschlagbarer USPEben packen wir eine der neuen Lieferungen aus und kontrollieren den Inhalt, da betritt Kunde mittlerer Größe das Geschäft. Ich ordne innerlich bereits seine Körpergröße und Beinlänge ein. Er erzählt, er habe durch einen Zeitungsartikel von uns erfahren. Neukunden im Januar sind stets ein willkommenes Geschenk. Er sucht eine klassische Bürojeans, was für die meisten eine kaum ausgewaschene, dunkelblaue Straight Jeans bedeutet. Wir gehen seine Optionen durch und dann geht es geradewegs ans Probieren. Zeit ist heutzutage für jeden Mangelware. Demzufolge versuchen wir die Zeit unserer Kundschaft möglichst effizient zu gestalten. Das professionelle und erfahrene Zuhören, Analysieren des Jeansbedarfs und zielführendes Fitting ist demzufolge der größte Servicepart bei uns, doch geschieht all dies auf Basis einer bewusst gemütlich gestalteten Atmosphäre in unserem Jeansgeschäft. Ich bin mir bewusst, dass wir noch dieses Jahr ein paar kleinere Umbauten durchführen müssen, um eben dieses Ambiente trotz wachsendem Jeansvolumen erhalten zu können. Auch dafür gibt es längst einen Kostenplan, um vor Augen zu haben, worauf hingearbeitet gehört.
Im kleinen Familienbetrieb ist Organisation das A und OSobald der Kunde zufrieden geht, fokussieren wir uns augenblicklich zurück auf unsere To-Do-Liste. Magdalena tüftelt an Moodboards für das neue Frühlingsschaufenster, das gehört nämlich trotz laufendem SALE schon jetzt organisiert. Da ihre Anwesenheit in unserem Store eng mit unserem Sohn verknüpft ist, müssen wir vieles früher andenken. Oft genug ist uns eine Verkühlung dazwischengefunkt, sodass wir letztendlich dem Zeitplan schrecklich hinterherhinkten. Ich schaffe Stauraum für die Neuware, später spiele ich alles noch ins Kassensystem ein und stelle die Produkte selbstverständlich auch auf unseren Onlineshop, auch wenn dieser eher als digitaler Showroom dient. Jeans online zu kaufen ist beinahe unmöglich. Mit professioneller Beratung vor Ort geht es einfach besser und schneller. Wir drehen noch ein kurzes Video, in dem wir einige Jeansschnitte angezogen näher erklären. Dadurch kann sich unsere Community besser vorstellen, wie ihnen der jeweilige Schnitt selbst stehen würde. Es ist nun knapp 13:00 Uhr. Magdalena muss bald los, um unseren Sunny Boy vom Kindergarten abzuholen, also essen wir noch kurz zu Mittag. Gerade als sie gehen will, kommt eine Stammkundin herein und nimmt sie direkt in Beschlag. Doch da unser Sohn immer Priorität hat, muss sie die Kundin mit einem persönlichen Shopping-Date vertrösten. Heißt, sie kommt an einem anderen vereinbarten Tag wieder, weil sie die Beratung explizit von Magdalena wünscht. Denn eine Beratung bei Magdalena ist wie mit einer guten Freundin unterwegs zu sein, nur ohne beschönigende Floskeln, die wegen rosa-roter Brille leider einen deformierten Hintern oder verkürzt wirkende Beine verschleiern. Sie nimmt die ehrliche Beratung in Bezug auf Passform und Fitting zu 100 Prozent ernst. Das wissen unsere Damen zu schätzen und warten dann gerne auch Mal einen Termin mit ihr ab.
Balance zwischen Arbeitsroutine und KreativitätNachdem Magdalena sich auf den Weg in einen kaum ruhigeren Nachmittag mit unserem Sonnenschein macht, spiele ich die nächsten Stunden die ganze Neuware ins System ein und erledige die für heute markierten Mails. Eine weitere Shoppingdate-Buchung für Magdalena, die Fertigstellung der Inventurliste für den Steuerberater, Bereitstellung von Produktfreistellern für eine kurzfristige PR-Anfrage. Auf der Fläche bleibt es hingegen bis auf ein paar Touristenbesuche ruhig. Zwischendurch schwirren meine Gedanken um allerlei Ideen rundum den Shop. Meine Frau sagt immer, dass ich bodenständiger sein soll. Ich antworte darauf immer grinsend, dass sie mich bloß bremst. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit dazwischen. Magdalena ist ein reiner Kopfmensch, der alles von A-Z durchdenken muss. Ich bin da schon eher ein Bauchmensch, der bei seinen Ideen und Entscheidungen auch Mal gegen Wände rennt. Dann setzen wir uns zusammen und suchen gemeinsam nach einer Tür. Das ist unsere Art von Teamwork.
Schließlich konzentriere ich mich noch auf ein paar Nachbestellungen, die nicht länger warten können. Denn auch die nicht saisonalen Jeans gehören für den Frühlingsstart rechtzeitig aufgestockt. Dabei handelt es sich um ganzjährige Bestseller. Dann ist es auch schon 18:30 Uhr. Gleich ist Feierabend und ich packe allmählich zusammen, um es rechtzeitig nach Hause zu schaffen und Sunny Boy noch einen Gutenachtkuss geben zu können. Im Anschluss werden Magdalena und ich noch durchgehen, was morgen Vormittag ansteht und sie wird nebenher bestimmt noch eine Videobearbeitung vornehmen. Ein nicht ungewöhnlicher Abend für uns, aber wir versuchen so oft wie möglich auch ganz normale Film- oder Spieleabende zu zweit zu genießen.
Leben mit Leidenschaft. Privat sowie beruflichDoch bevor es in den besagten Feierabend geht, kommt eine vierköpfige Familie aus Graz herein. Wieder bekannte Gesichter. Sie begleiten uns seit Anfang an und reisen wegen ihrem Jeanseinkauf stets zu uns nach Wien. Genau in diesem Moment wird mir – Dauermüdigkeit und Existenzängste hin oder her – in Erinnerung gerufen, wie sehr ich meine Arbeit hier liebe. Unser zweites Zuhause. Oft verliert man sich in unternehmerischen und organisatorischen Tätigkeiten so sehr, dass man die ursprüngliche Leidenschaft aus den Augen verliert. Wie gesagt, der trübe Januar trägt einen großen Teil dazu bei. Diese tiefsitzende Kälte und die dunklen Tage. Die düstere Laune der Leute. Die gedrückte Stimmung in der eigenen Umgebung. Doch auch dieser Monat endet irgendwann. Und wir werden bereit sein. Bereit für Kundschaft, die darauf brennt, was Neues auszuprobieren oder einfach ihre Lieblingsjeans nachzukaufen. Wir sind hier und leben unseren Traum von kompetenter Beratung in Kombination mit ehrlichem Austausch. Von sozialem Miteinander statt distanzierten Onlinegeschäften. Das ist es, wonach wir uns von Anfang an gesehnt haben und was wir auch heute noch mit jedem neuen Gast in unserem speziellen Jeansgeschäft anstreben.
Magdalena und Markus BudimJeansshop The Budims
Der The Budims Store befinden sich im Raimundhof, Mariahilfer Str. 45/15, 1060 Wien. Alle Informationen zu The Budims sind unter www.thebudims.com und @thebudims auf Instagram zu finden.